Keyword-Recherche für KI-Suche funktioniert anders als klassische SEO-Recherche. In ChatGPT, AI Overviews und Perplexity gibt es keine standardisierten Suchbegriffe mehr, sondern individuelle Prompts, die dasselbe Informationsbedürfnis in hundert verschiedenen Formulierungen ausdrücken. Statt nach Suchvolumen für einzelne Keywords zu suchen, brauchst du eine Themen-Recherche, die zeigt, welche Fragen deine Zielgruppe in der KI-Suche tatsächlich stellt. In diesem Artikel erfährst du, was Prompt Research bedeutet, welche vier Quellen du dafür nutzt und wie du die Ergebnisse direkt auf deiner Website einsetzt.
Eine Kundin zeigte mir letzte Woche ihre drei Blogartikel. Alle sauber auf Keywords optimiert, alle auf relevante Themen ausgerichtet. Dann haben wir gemeinsam ChatGPT geöffnet und dieselben Themen als Fragen eingegeben. Die Antworten der KI kamen von anderen Quellen. Nicht weil die Artikel schlecht waren, sondern weil die Fragen, die ihre Wunschkundin in ChatGPT eingibt, anders klingen als die Keywords, für die die Artikel optimiert waren.
Keyword-Recherche für die KI-Suche bedeutet: Nicht nach Suchvolumen für Begriffe suchen, sondern herausfinden, welche Themen und Fragen deine Zielgruppe in ChatGPT, AI Overviews und Co. stellt. Das ist ein anderer Prozess als klassische Keyword-Recherche, weil er bei anderen Daten ansetzt. Dieser Artikel zeigt dir, warum das so ist und wie du konkret vorgehst.
- Warum klassische Keyword-Recherche in der KI-Suche nicht mehr greift
- Was Prompt Research bedeutet
- Was das für deine kleine Website bedeutet
- Vier Quellen für deine Themen-Recherche
- Von der Themen-Liste zur Seite: Was du jetzt konkret tust
- Von der Themen-Recherche zur Website: Was sich ändert und was bleibt
- Was ich als nächsten Schritt empfehle
- Das nimmst du mit
- Häufige Fragen zur Keyword-Recherche für KI-Suche
- Kati Wolf
- Newsletter SEO-Snacks
Warum klassische Keyword-Recherche in der KI-Suche nicht mehr greift
In Google gibt es standardisierte Suchbegriffe. „Business Coach Wien“ suchen jeden Monat eine bestimmte Anzahl Menschen, das lässt sich messen. Keyword-Tools zeigen dir dieses Suchvolumen, du optimierst eine Seite auf diesen Begriff und kannst prüfen, ob du rankst.
In der KI-Suche funktioniert das nicht mehr. Wenn jemand ChatGPT öffnet, gibt er kein standardisiertes Keyword ein. Er schreibt: „Ich bin seit drei Jahren selbstständig als Coach, komme aber nicht mehr an neue Kunden. Was kann ich konkret tun?“ Eine andere Person schreibt: „Welche Coaches helfen Expertinnen dabei, über ihre Website Anfragen zu bekommen?“ Eine dritte fragt: „Wie finde ich als Business Coach passende Kunden ohne Social Media?“
Alle drei suchen dieselbe Hilfe. Aber kein Keyword-Tool der Welt hat ein Suchvolumen für diese drei Formulierungen, weil jede von ihnen so genau einmal vorkommt. Die Prompt-Sprache in der KI-Suche ist hochgradig individuell. Dasselbe Informationsbedürfnis erscheint in hundert verschiedenen Versionen.
Das ist das Kernproblem. Du kannst deine Seite nicht mehr auf den einen richtigen Begriff optimieren, weil es diesen Begriff in der KI-Suche nicht mehr gibt.
Was Prompt Research bedeutet
Sistrix, das SEO-Tool, das ich selbst nutze, hat im April 2026 eine Analyse von über 62 Millionen echten Nutzerfragen veröffentlicht. Das Ergebnis: Einzelne Prompts zu analysieren ist nicht praktikabel. Die Lösung liegt eine Ebene höher.
Prompt Research heißt: ähnliche Prompts werden zu Themen (= Topics) geclustert. Ein Thema fasst alle Prompts zusammen, die sich mit derselben Frage und demselben Ziel befassen, egal wie sie formuliert sind und egal auf welcher Plattform. Für ein einziges Keyword wie „Balkonkraftwerk“ findet Sistrix dabei 117 verschiedene Topics, von der Montage bis zur Anmeldung beim Marktstammdatenregister.
Das Prinzip gilt genauso für kleine Websites. Wenn deine Wunschkundin in ChatGPT nach einem Business Coach sucht, tut sie das nicht mit einem Begriff, sondern mit einer Situation, die sie beschreibt. Prompt Research hilft dir, diese Situationen zu identifizieren, ohne jeden einzelnen Prompt kennen zu müssen.
Eine Frage, die dabei fast immer auftaucht: Sind die Topics beim Prompt Research nicht einfach dieselben Themen wie bei der klassischen Keyword-Recherche? Zum Teil ja. Das Keyword „SEO Coach“ und das Topic „Welchen SEO Coach soll ich buchen?“ befassen sich mit demselben Inhalt. Aber ein Keyword ist ein Oberbegriff. Dahinter stecken beim Prompt Research häufig dreißig oder mehr Topics mit unterschiedlicher Tiefe, unterschiedlicher Suchintention und unterschiedlichen Formulierungen. „SEO Coach Kosten“, „SEO Coach oder Agentur“, „SEO Coach Erfahrungen“ und „Was macht ein SEO Coach konkret?“ sind alle dasselbe übergeordnete Keyword-Thema, aber vier verschiedene Informationsbedürfnisse mit vier verschiedenen Antworten.
Klassische Keyword-Recherche zeigt dir den Dachbegriff. Prompt Research zeigt dir, was darunter wirklich steckt.
Was Sistrix pro Thema zusätzlich liefert, ist ein vollständiges Content-Briefing. Dazu gehören die Buyer Persona hinter dem Thema, der emotionale Grund für die Suche und die Fragen, die Nutzerinnen nicht gestellt haben, aber kennen sollten. Letzteres ist für mich das Interessanteste: KI-Systeme werden häufiger als Quelle herangezogen, wenn ein Inhalt die offensichtliche Frage beantwortet und gleichzeitig die Folgefragen antizipiert. Wer das versteht, schreibt Artikel, die tiefer gehen als die Konkurrenz, weil er nicht nur beantwortet, was gefragt wurde, sondern auch, was als nächstes gefragt wird.
Das klingt technisch, ist aber im Kern dasselbe, was ich meinen Kundinnen immer empfehle: in der Sprache der Kundin denken, nicht in der Sprache der Expertin. In der klassischen Keyword-Recherche nenne ich das „Kundisch statt Coachisch“. In der KI-Suche ist dieser Unterschied noch wichtiger, weil die KI genau die Sprache verarbeitet, die echte Menschen in ihrer echten Situation benutzen.
Was das für deine kleine Website bedeutet
Ich mache das für meine eigene Website und ich mache es mit meinen Kundinnen. Was ich dabei immer wieder sehe: Wenn du verstehst, wie deine Wunschkundin ein Problem beschreibt, bevor sie eine Lösung kennt, hast du in der KI-Suche einen echten Vorteil. Große Websites haben mehr Seiten, aber nicht unbedingt eine bessere Kenntnis der Sprache ihrer Zielgruppe.
Du hast eine Datenquelle, die kein Tool ersetzen kann: deine eigenen Gespräche. Die Fragen, die deine Wunschkundin im Erstgespräch stellt. Die Sätze, die sie in Nachrichten schreibt, bevor sie dich bucht. Die Beschreibungen, mit denen sie ihr Problem schildert. Das ist näher an KI-Prompt-Sprache als jedes Keyword, das irgendein Tool ausspuckt.
Wenn du diese Gespräche nicht systematisch sammelst, fang jetzt an. Drei bis fünf echte Sätze aus echten Gesprächen sind ein besserer Ausgangspunkt als eine Stunde im Keyword-Tool.
Vier Quellen für deine Themen-Recherche
Die Quellen, die du nutzt, hängen davon ab, wie tief du einsteigen willst und was du ausgeben möchtest. Ich stelle dir hier vier vor, sortiert vom schnellsten Einstieg bis zur systematischsten Methode.
Eigene Gesprächsdaten
Sieh durch deine letzten Erstgespräche, deine E-Mails, deine Nachrichten. Welche Sätze wiederholen sich? Welche Formulierungen tauchen immer wieder auf, wenn Menschen ihr Problem beschreiben? Das sind deine ersten Themen-Kandidaten.
Google-SERP-Fragen
Die „Nutzer fragen auch“-Box und die verwandten Suchanfragen am Ende der Google-Ergebnisseite zeigen dir vollständige Fragen zu deinem Thema. Sie sind kostenlos, sofort verfügbar und näher an Prompt-Sprache als klassische Keywords, weil Google dort Fragen anzeigt statt einzelne Begriffe. Der Unterschied zu echten KI-Prompts: Google filtert und standardisiert diese Fragen, ein echter ChatGPT-Prompt ist persönlicher und kontextreicher. Als Ausgangspunkt für deine Themen-Recherche sind SERP-Fragen trotzdem gut brauchbar. Wie du Google-Autovervollständigung und verwandte Suchanfragen für deine Recherche nutzt, erkläre ich ausführlich im Artikel Keyword-Recherche für Selbstständige: Vom ersten Begriff zur fertigen Website-Struktur.
Die KI-Plattformen selbst
Das ist die kostenlose Variante und in der Praxis der schnellste Einstieg in die KI-spezifische Recherche. Gib dein Thema als vollständige Frage in ChatGPT, Perplexity und Google AI Overviews ein. Beobachte, welche Folgefragen die KI vorschlägt, welche Unterthemen sie anspricht und welche Formulierungen sie benutzt. Das sind keine Suchvolumen-Daten, aber es zeigt dir, was die KI zum Thema erwartet. Das dauert 20 Minuten und kostet nichts.
Sistrix Prompt Research
Das ist das Tool, das ich selbst nutze. Du gibst dein Hauptthema ein und siehst sofort, welche Topics die KI-Suche dazu kennt, mit geschätztem Suchvolumen, Intent-Klassifikation und Hinweisen darauf, wo deine Wunschkundin auf ihrer Customer Journey gerade steht. Sistrix ist ein Bezahltool, bietet aber einen 14-tägigen Testaccount an. Das reicht, um dein Thema einmal vollständig durchzuarbeiten. Wichtig: Der Test läuft nach 14 Tagen aus, ohne sich automatisch zu verlängern, du musst also aktiv buchen, wenn du weitermachen willst.
Wenn du ohne Bezahltool arbeitest, kombinierst du SERP-Fragen als Ausgangspunkt mit einem direkten Test in den KI-Plattformen. Das liefert dir eine solide Themen-Liste für den Anfang.
Von der Themen-Liste zur Seite: Was du jetzt konkret tust
Eine Themen-Liste, die irgendwo in einem Dokument liegt, bringt dir nichts. Der nächste Schritt ist, sie mit deiner bestehenden Website abzugleichen.
Geh deine gesammelten Topics durch und frag für jedes einzelne: Gibt es auf meiner Website eine Seite, die diese Frage beantwortet? Wenn ja, prüf die Einleitung. Beantwortet sie die Frage direkt in den ersten zwei Sätzen? Wenn nicht, schreib sie um. Das ist die schnellste Maßnahme mit der größten Wirkung. Wer seine fünf wichtigsten Seiten so umbaut, dass sie mit einer direkten Antwort beginnen, verbessert seine Chancen in der KI-Suche sofort, ohne neue Inhalte zu erstellen.
Topics, die du nicht in einem eigenen Abschnitt unterbringen kannst, kommen als FAQ-Einträge. Kurze Frage, direkte Antwort in zwei bis drei Sätzen. KI-Systeme verarbeiten FAQ-Formate gut, weil die Frage und die Antwort klar voneinander getrennt sind.
Topics, für die keine deiner bestehenden Seiten eine Antwort hat, sind Kandidaten für neue Artikel oder neue Abschnitte auf bestehenden Seiten. Hier gilt dieselbe Logik wie bei der klassischen Keyword-Recherche: jedes Thema bekommt genau eine Seite, keine zwei Seiten behandeln dasselbe Thema.
In der Kurzfassung sieht der Ablauf so aus: Themen sammeln, bestehende Seiten prüfen, Einleitungen anpassen, Lücken als FAQ ergänzen, neue Themen als Artikel-Ideen notieren. Das ist kein einmaliges Projekt. Es ist eine Routine, die du halbjährlich wiederholst, weil sich die KI-Suche schneller verändert als klassische Google-Rankings.
Von der Themen-Recherche zur Website: Was sich ändert und was bleibt
Die Erkenntnisse aus der Themen-Recherche ersetzen nicht die klassische Keyword-Recherche für Google. Sie ergänzen sie. Google ist nach wie vor die größte Suchmaschine, und wer dort gefunden wird, hat auch bessere Chancen, von KI-Systemen als Quelle herangezogen zu werden.
Was sich ändert: Du denkst nicht mehr nur in einzelnen Keywords, sondern in Themen mit dazugehörigen Fragen. Statt „Business Coach Wien“ als einziges Ziel zu haben, fragst du auch: Welche Situationen beschreibt meine Wunschkundin, wenn sie jemanden wie mich sucht? Welche Fragen tauchen in diesen Situationen auf? Diese Fragen werden zu Abschnitt-Überschriften in deinen Artikeln, zu FAQ-Einträgen auf deiner Angebotsseite, zu Einleitungssätzen, die direkt antworten statt erst anzukündigen.
Das ist kein kompletter Neustart. Es ist eine Erweiterung dessen, was du in der klassischen Keyword-Recherche sowieso tun solltest: in der Sprache deiner Wunschkundin denken. Der Unterschied ist, dass diese Erweiterung jetzt konkrete Auswirkungen auf deine Sichtbarkeit in der KI-Suche hat.
Wie du für Google und KI gleichzeitig optimierst und was die Grundlagen dafür sind, zeige ich im Artikel Keyword-Recherche für Selbstständige: Vom ersten Begriff zur fertigen Website-Struktur.
Was ich als nächsten Schritt empfehle
Nimm dir 20 Minuten. Such dir ein Thema, für das du eine Seite oder einen Artikel auf deiner Website hast. Gib dieses Thema als vollständige Frage in ChatGPT ein, so wie deine Wunschkundin fragen würde. Schau, was die KI antwortet. Schau, welche Folgefragen sie vorschlägt.
Dann prüf deine eigene Einleitung: Beantwortet sie diese Frage direkt in den ersten zwei Sätzen? Wenn nicht, schreib sie um. Das allein macht einen Text deutlich zitierfähiger für KI-Systeme, und gleichzeitig auch besser für Google, denn klare Antworten am Anfang helfen beiden.
Wenn du das für deine gesamte Website systematisch angehen willst, begleite ich dich dabei. Im 1:1 SEO-Coaching „Gefunden und gebucht“ erarbeiten wir in 13 Wochen die Themen, die Struktur und die Inhalte, über die deine Wunschkundinnen dich bei Google und in der KI-Suche finden. Der erste Schritt ist ein Kennenlerngespräch, in dem wir schauen, was bei deiner Website konkret dran ist und ob das Coaching zu deiner Situation passt.
Oder lies erst, wie ChatGPT als Suchsystem funktioniert und was du technisch prüfen solltest, im Artikel Bei ChatGPT gefunden werden: Was du als Selbstständige konkret tun kannst.
Das nimmst du mit
- In der KI-Suche gibt es keine standardisierten Keywords mehr. Jede Person formuliert ihre Frage anders. Klassische Keyword-Recherche findet diese Formulierungen nicht, weil sie kein messbares Suchvolumen haben.
- Prompt Research löst das eine Ebene höher: Millionen ähnlicher Prompts werden zu Themen geclustert, die zeigen, was deine Zielgruppe wirklich wissen will.
- Du brauchst kein teures Tool, um damit anzufangen. Deine eigenen Gesprächsdaten und ein Test in ChatGPT reichen für den Einstieg.
- Die Erkenntnisse aus der Themen-Recherche ersetzen klassisches SEO für Google nicht, sie ergänzen es. Wer bei Google gut sichtbar ist, hat auch bessere Chancen in der KI-Suche.
- Der konkrete erste Schritt: ein Thema als vollständige Frage in ChatGPT eingeben und prüfen, ob deine Einleitung direkt antwortet.
Häufige Fragen zur Keyword-Recherche für KI-Suche

Kati Wolf
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